Wikipedia hat Geburtstag
Am 15. Januar 2001,
also heute vor 25 Jahren ging Wikipedia ans Netz und überholte die klassischen
Enzyklopädien, also beispielsweise den Brockhaus und die Britannica innerhalb
von 5 Jahren an der Zahl der Artikel. Die Qualität der Beiträge wurde aber von
vielen Seiten in Frage gestellt. Schülern und Studenten wurde verboten,
Hausarbeiten mit Hilfe von Wikipedia zu erstellen und für Wissenschaftler waren
derartige Zitate ein absolutes No-Go. In der Praxis jedoch entwickelte sich
Wikipedia zu einem schnellen Instrument, um Fakten-Checks durchzuführen und
allgemein, um mal eben etwas nachzusehen, seien es Biografien, sportliche
Ereignisse, Musik, Medizin, Politik etc. In Google-Recherchen erschien Wikipedia
bereits bei den meisten Themen auf der ersten Seite.
Um die Faktenlage zu
klären, beauftragte das Magazin STERN den Wissenschaftlichen Informationsdienst
WIND in Köln, also mein damaliges Team, im Spätsommer 2007 mit einem
großangelegten Test anhand von 50 ausgewählten Themen die Qualität von Wikipedia
im Vergleich zum Konkurrenten Brockhaus Online zu testen. Das journalistisch
garnierte Ergebnis erschien Anfang Dezember 2007 als mehrseitiger Hauptartikel
des Heftes und fand große Resonanz in allen Medien.
Mit einem
Excel-basierten Punktesystem, das sich auch schon in ähnlicher Form bei der
Jury-Arbeit für den deutschen Erfinderpreis bewährt hatte, und mit 6 externen
Gutachtern kam eine Überraschung nach der anderen ans Tageslicht: In 42 von 50
Themen schnitt Wikipedia besser ab als der Brockhaus Online. Das Prinzip der
Schwarmintelligenz der Wikipedia war der fachlich hochqualifizierten klassischen
Redaktion des Brockhaus deutlich überlegen, nicht nur hinsichtlich der
Aktualität in Kultur, Politik und Sport, sondern sogar in der wissenschaftlichen
Qualität bei den technischen Themen. Offensichtlich kontrollierten alle
Fachleute die Wikipedia-Einträge ihres Fachgebietes zeitnah und griffen bei
Fehlern, oder was sie dafür hielten, umgehend ein. Bei Politik, Kultur und
Religion führt das erwartungsgemäß auch heute noch regelmäßig zu Konflikten, für
deren Klärung für jeden Sprachbereich ein Redaktionsteam tätig ist und aktiv
eingreifen kann.
Wir wünschen weiter viel Erfolg!
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